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Demographie und Kreisentwicklung

 

I. Strukturentwicklung


Der Landkreis Vulkaneifel ist – wie viele ländlich geprägte Regionen – überproportional von Alterung und Abwanderung betroffen. Die Ursache ist das Zusammentreffen zweier entscheidender soziodemografischer Faktoren: Zum einen befinden sich die Geburtenraten seit fast 40 Jahren unter bestandserhaltendem Niveau, so dass auch die Zuwanderung den Rückgang der Einwohnerzahlen nicht mehr aufhalten kann. Zusätzlich führt eine neue Welle der Urbanisierung dazu, dass insbesondere junge Menschen, und damit potenzielle Eltern, in die Ballungsräume ziehen. Da zu erwarten ist, dass sich der Bevölkerungsschwund in den kommenden Jahren durch die demografische Entwicklung deutlich beschleunigt, sind mittelfristig zahlreiche Dörfer in ihrer Existenz gefährdet.
Die Strukturentwicklung des ländlichen Raumes ist dementsprechend eine elementare Aufgabe, der sich die Kreisverwaltung mit Einrichtung der Stelle Demografie, Struktur- und Kreisentwicklung gestellt hat.
Verantwortliche Koordinatorin ist Frau Anja Saupe.

II. Zukunftskonzept

Im Rahmen des durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft initiierten Modellvorhabens Land(auf)Schwung wurde ein „Regionales Zukunftskonzept“ erstellt, mit dem sich der Landkreis um eine Anschlussförderung von bis zu 1,5 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres 2018 beworben hat.
Zunächst erfolgte eine wissenschaftliche Auswertung der Ausgangsbedingungen des Landkreises, wobei auch die Ergebnisse anderer Analysen, Konzepte und Programme, bspw. LEADER oder der WEGE-Prozess der Verbandsgemeinde Daun einbezogen wurden, um ein möglichst ganzheitliches Ergebnis zu erhalten. Auf dieser Grundlage wurden in zwei Workshoprunden mit engagierten Akteuren aus dem Landkreis Ideen zur Sicherstellung der Daseinsvorsorge und der Profilierung der regionalen Wirtschaft entwickelt. Daraus gingen folgende Projektansätze hervor:
-    „Unabhängig digital – selbstbestimmtes Leben in der Vulkaneifel“
-    „Aktive Dorfnetze – lebendige und sorgende Gemeinschaften“
-    „Vulkaneifel isst regional“
-    „Vernetzungsstelle Vulkaneifel-Innovativ – DER geniale Arbeitsstandort“
Da keine Modellregion aus Rheinland-Pfalz für die Umsetzung des „Regionalen Zukunftskonzepts“ ausgewählt wurde, konnten die vier Projektideen nicht unmittelbar im Anschluss an die Konzepterstellung verwirklicht werden.
Das „Regionale Zukunftskonzept“ war als Grundkonzeption einer Zukunftsstrategie für den Landkreis angedacht und dient unabhängig von Land(auf)Schwung als Leitfaden bei der Planung und Umsetzung von Strukturentwicklungsmaßnahmen. Beispielsweise ist daraus die Themenseite „Kreis(auf)Schwung“ auf der Homepage des Landkreises hervorgegangen, auf der aktuelle Themen und Strukturentwicklungsprojekte dargestellt und beschrieben werden (siehe auch http://www.vulkaneifel.de/index.php/kreis-auf-schwung.html).
Hohe Priorität besitzt darüber hinaus der Ansatz der „Aktiven Dorfnetze“, dessen Hauptziel die (Wieder-)Belebung dörflicher Sozialstrukturen ist, damit das Leben in den Gemeinden auch bei sich verändernden (demografischen) Rahmenbedingungen möglich und attraktiv bleibt. Im Fokus stehen dabei Handlungsfelder wie Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum. Das Projekt soll in Kooperation mit dem Verein Bürger für Bürger umgesetzt werden und es bestehen ebenfalls Verbindungen zu dem Vorhaben „ZENAPA“ der Natur- und Geopark GmbH (siehe IV). Es ist vorgesehen, das Projekt „Soziale Dorfnetze“ im Anschluss an die Sommerpause mit Fördermitteln der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) umzusetzen. Auch das Projekt „Vulkaneifel isst regional“ soll durch eine Sonderförderung der BLE realisiert werden.

III. Weitere Schwerpunkte

A. Gesundheitsversorgung

Das Konzept „Gesundheitsversorgung und Pflegeversorgung im Landkreis Vulkaneifel“ wurde unter Einbindung aller regional Aktiven der Gesundheitsversorgung (Hausärzte, Fach- und Klinikärzte, mobile und ambulante Pflegedienste, Gesundheitsdienstleister) erstellt und wird seit 2015 durch eine von Landrat Heinz-Peter Thiel moderierte Steuerungsgruppe, die aus und lokalen Akteuren der Haus- und Facharztversorgung, Pflege und Krankenhäuser, der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz und Vertretern der Kreisverwaltung besteht, gelebt. Damit gilt das Vorgehen des Landkreises als einmalig im gesamten Land Rheinland-Pfalz.
Die Handlungsfelder der Steuerungsgruppe sind: Sicherstellung der Haus- und Facharztversorgung, Gründung eines Weiterbildungsverbundes, Sicherstellung der stationären und ambulanten Pflege sowie Krankenhausentwicklung. Im Fokus der Steuerungsgruppe steht derzeit die kinderärztliche Versorgung im Landkreis.


B. Qualifizierung der Breitbandversorgung

Die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen ist eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, mehr Beschäftigung und die Beibehaltung der Attraktivität des gesamten Kreisgebietes. Das Ziel des Landkreises ist es daher, insbesondere ländliche Strukturen flächendeckend und zügig mit schnellen Internetzugängen auszustatten.
Als offizieller Auftakt werden den Städten und Gemeinden am 27.06.16 im Haus Vulkania, Dreis-Brück, die ersten Ergebnisse der Breitband-Machbarkeitsstudie, die derzeit durch den TÜV Rheinland erstellt wird, präsentiert.


C. Mobilitätskonzepte

Neben der Mitwirkung am ÖPNV-Konzept Rheinland-Pfalz Nord und am Runden Tisch „Car Sharing / Elektromobilität“, der vor zwei Jahren von Landrat Heinz-Peter Thiel initiiert wurde und bei günstigeren Marktbedingungen bzw. im Rahmen passender Programme fortgesetzt werden soll, ist die Mitarbeit in der geplanten Arbeitsgruppe „Chancen und Risiken der Reaktivierung der Eifelquerbahn“ unter Vorsitz von Landrat Thiel vorgesehen.


D. Energiedörfer

Die Koordination des Projekt „Smart Villages“, das in Kooperation mit der KSK Vulkaneifel und dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS), Birkenfeld, durchgeführt wurde, gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Stelle Demografie, Struktur- und Kreisentwicklung. Im Rahmen der Veranstaltungen, in denen die Ortsgemeinden über die Nutzung alternativer Energien und die Etablierung innovativer Energieversorgungskonzepte informiert wurden, haben 27 Ortsgemeinden ihr Interesse an dem Thema bekundet. Fünf Ortsgemeinden planen nun auch die Erstellung eines Energieversorgungskonzepts.


IV. Zusätzlich

Neben der Steuerung konkreter Projekte und Vorhaben ist es zentrale Aufgabe der Stelle Demografie, Struktur- und Kreisentwicklung den Informationsfluss zu allen Themenfeldern der Daseinsvorsorge sowohl innerhalb der Verwaltung als auch zu externen Fachakteuren und den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis zu gewährleisten. Die Fachstelle Demografie, Struktur- und Kreisentwicklung ist daher mit ihrer Querschnittsfunktion in verschiedene Themenfelder eingebunden und steht für die Vermittlung von Hintergrundinformationen bspw. zum Thema Demografie und für die Unterstützung lokaler Projekte in den Kommunen zur Verfügung. Darüber hinaus werden die Arbeitskreise „Mobilität, Infrastruktur, Energie und Abfall“ sowie „Demografie, Soziales, Gesundheit und Integration“ durch sie koordiniert.

Auch die Mitwirkung im Rahmen des Projektes „ZENAPA“ (= Zero Emission Nature Protected Areas), mit dem die Natur- und Geopark GmbH in Kooperation mit dem IfaS bereits erfolgreich an der ersten Bewerbungsphase eines EU-weiten Förderprogramms teilgenommen hat, gehört zu den Aufgaben der Stelle Demografie, Struktur- und Kreisentwicklung. Mit dem Projekt soll aufgezeigt werden, wie durch Klimaschutz bspw. CO2-Emissionen reduziert oder ein Beitrag zum Erhalt der Biodiversität geleistet werden kann. Konkret sollen hierbei ein Klimaschutzkonzept für das gesamte Gebiet des Natur- und Geoparks Vulkaneifel sowie 10 Klimaschutzkonzepte für 10 Ortsgemeinden erstellt werden. Die Förderung konkreter Klimaschutzmaßnahmen, wie z.B. Klimaschutzmaßnahmen an kommunalen Liegenschaften, LED-Beleuchtung in Ortsgemeinden, Sportanlagenbeleuchtung, E-Mobilität, Förderung von Alternativen zum Maisanbau bei der Biogaserzeugung oder die Nutzung von Hocheffizienzpumpen für Heizanlagen gehört ebenfalls zu den Projektinhalten.

In diesem Kontext ist auch die Mitwirkung im Rahmen des Masterplans des Natur- und Geoparks zu nennen. Die Ziele des Masterplans, die in die tägliche Arbeit der Kreis- und Strukturentwicklung einfließen, sind folgende:
-    Wertschöpfung durch Wertschätzung des Bestehenden
-    Förderung von Professionalisierung und Vernetzung
-    Stärkung von Kooperationen
-    Förderung der Zusammenarbeit (sowohl regionale Akteure als auch externe Partner)
-    Infrastrukturentwicklung
-    Fokussierung auf Themen und Zielgruppen
-    Beförderung der Regionalen Identitätsbildung
-    Bündelung von Informationen (unter Einbeziehung regionalen Wissens und Kompetenzen)
-    exakte und klare Aufgabenzuordnung und -verteilung

Die Stelle Demografie, Struktur- und Kreisentwicklung ist Mitglied in der LAG Vulkaneifel, deren Leitbild das Motto „Vulkaneifel: Wir gestalten gemeinsam die Zukunft“ für die aktuelle Förderperiode 2014 – 2020 ist. Folgende im LILE (Lokales integriertes Entwicklungskonzept) formulierten Ziele werden durch die LEADER-Gruppe verfolgt:
-    Vitale Dörfer für Jung und Alt entwickeln
-    Nachhaltige Arbeitsplätze vor Ort schaffen und erhalten
-    Jugend als „Zukunft“ der Region einbinden
-    Kooperationen und Vernetzung als Motor nutzen
-    Profilierung als Gastgeber-Region vorantreiben
-    Einzigartige Landschaft als Alleinstellungsmerkmal weiterentwickeln
-    Regionale Identität stärken
-    Förderung regionaler Wertschöpfungsketten
-    Stärken der Region aktivieren und weiter ausbauen
-    Zukunftsorientierte Energiepolitik und Klimaschutzaktivitäten fördern
-    Soziale Strukturen und kulturelles Leben in die Zukunft führen

Die Koordination der Geschäftsführung der Zukunftsinitiative Eifel (ZIE) wurde in diesem Jahr durch die Stelle Demografie, Struktur- und Kreisentwicklung durch die Präsidentschaft von Herrn Landrat Heinz-Peter Thiel übernommen.

Die ZIE ist in den Themenfeldern
- Daseinsvorsorge
- Demographie
- Energie & Klima
– Fachkräftegewinnung
- Handwerk & Gewerbe
– Landwirtschaft
-  Mobilität
- Technologie & Innovation sowie- Wald & Holz - aktiv.
Ihr Motto ist „Vernetzen – Informieren – Anstoßen”.

Aktuelle Themen der ZIE sind die Etablierung der Standortmarke „Eifel“ mit dem Slogan „Wir. Leben. Eifel“ und deren Kommunikation über das Internetportal http://zukunftsinitiative-eifel.de. Darüber hinaus wurde eine Kooperation mit den LEADER-Regionen des Eifelraumes geschlossen. Als Auftakt der gemeinsamen Zusammenarbeit findet am 14.09.16 das LEADER-Forum „Eifel-Ardennen“ statt, das ebenfalls federführend von der Stelle Demografie, Struktur- und Kreisentwicklung organisiert wird. Bei dieser Veranstaltung werden modellhafte Beispielprojekt aus den
LEADER-Regionen in einem „Markt der Möglichkeiten“ präsentiert.


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